Ein Schwerpunktthema der heutigen "Neuen Westfälischen" beschäftigt sich mit dem Thema Pflegeeinrichtungen: "Hunderte Pflegeheime kämpfen um ihres Existenz" titelt das Blatt. Es geht um den hohen Investitionsbedarf von Pflegeheimen. Diese müssen aufgrund einer in NRW neu erlassenen Durchführungsverordnung ab 2018 einen Einzelzimmeranteil von mindestens 80 % zur Verfügung stellen. Viele Einrichtungen kämen mit dem Investitionsbedarf an ihre Grenzen, die Studie prognostiziere das Aus für jede siebte Einrichtung. Außerdem mangele es an Fachpersonal, der Beruf müsse attraktiver dargestellt werden, die Arbeitsbedingungen seien verbesserungswürdig und mehr Gehalt für diese Tätigkeit sei angemessen.
Auf Seite 2 der Zeitung findet sich denn auch gleich ein Kommentar dazu: Diese rein betriebswirtschaftliche Sicht sei nicht passend. Sie resultiere aus einer "interessengesteuerten Grundhaltung". Auch wenn die Situation richtig dargestellt sei, gehe dies am Bedarf vorbei. Immer mehr Menschen wollten so lange wie möglich zu Hause wohnen. Dies erfordere einen massiven Ausbau ambulanter Pflege und nicht einen Ausbau der Pflegeheime - eine "Investition in Beton".
Ich lese diese Artikel und denke: An der in dem Leitartikel dargestellten Situation besteht kein Zweifel. Auch die Sichtweise des Kommentares ist nicht von der Hand zu weisen. ABER: Beides deckt doch nicht die Situation in Gänze ab.
Insbesondere mit dem allgemeinen Verständnis von Pflege und den tatsächlichen Anteilen in den verschiedenen Altersgruppen (im Jahr 2007) setzt sich der "Sechster Bericht zur Lage der Älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland - Altersbilder in der Gesellschaft" von 2011 des BMFSFJ auseinander. Es zeigt sich: Der Begriff ist nicht eindeutig zugeordnet, er wird erst einmal neu definiert. Damit einher gehen natürlich auch die entsprechenden Erkenntnisse: Pflege ist nicht gleich Pflege. Für den einen ist es schon das regelmäßige Helfen bei Besorgungen und Arztbesuchen, der andere meint intensive und bereits medizinische Kenntnisse erforderliche Betreuung.
Des Weiteren zeigt sich, dass dieses Spektrum mit "einem Pool an Maßnahmen" begegnet werden kann - und muss. Also geht es nicht nur um ambulante und stationäre Pflege, sondern auch um soziale Netzwerke und sonstige Hilfsmöglichkeiten zur Unterstützung.
Wichtig finde ich hier zum einen auch die Sichtweise der Empfänger der Pflege- oder Unterstützungsleistung. Oftmals fällt es schwer, sich einzugestehen, dass man diese Hilfe braucht. Und nicht nur, weil man sich gern überschätzt, sondern weil das annehmen von Hilfe nicht für jeden leicht ist - erst Recht nicht, wenn dabei der Eingriff in die Intimsphäre unausweichlich ist. Dies braucht Verständnis und einen geschulten Umgang- also wirklich fachliche Unterstützung.
Diese Sichtweise ist auch zu berücksichtigen - vor allem deren Anforderungen an die entsprechende Ausbildung, Arbeitsbedingungen und Bezahlungen.
Und dies sind nur die offensichtlich Betroffenen. Tatsächlich gibt es eine Reihe von Auswirkungen auf das Umfeld der zu pflegenden Personen, von denen ich die betreuenden Angehörigen sowie beispielsweise deren Arbeitgeber (starke private Belastung versus volle Arbeitsleistung?) zu nennen.
Meines Erachtens zeigt dies, dass man sich hier nicht nur mit Einzelaspekten befassen darf. Das Thema Pflege muss als Gesamtkonzept gedacht und bearbeitet werden - schlecht wäre es, hier eine Lösung auf Kosten einer anderen auszuspielen als "einzig richtig" hervorzuheben.
Von guten Arbeitsbedingungen profitieren beide Seiten des Arbeitsmarktes. Das wirtschaftsnahe Umfeld - Kommunen, Kammern, Verbände - spielt hierbei eine bedeutende Rolle. Erfolge sind nur durch Zusammenarbeit aller Akteure zu erreichen.
Samstag, 24. September 2011
Dienstag, 9. August 2011
Endlich ruhiger Urlaub?
Gerade surfe ich ein wenig durch die Nachrichtenseiten und stoße dabei auf n-tv auf den Artikel über Kinder-Kreisch-freie-Hotels. Und ich möchte sagen: Das ist endlich mal ein toller Artikel. Danke an die Verfasser und an die Reiseindustrie, die für diese wunderbaren Zustände gesorgt hat!
Selten wird mit so wenigen Worten derart komprimiert der Gesellschaft der Spiegel vorgehalten und deutlich gemacht, warum in den vergangenen Jahrtausenden ganze Kulturen untergehen konnten.
Der Artikel ist so toll, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.
Ok, das Nächstliegendste: Urlaube mit Kinderverboten. Darüber kann ich mich schon gar nicht mehr so aufregen. Von den Straßen verschwindet der Lärm durch Kinder – dem Demographischen Wandel sei Dank –ja schon. Da bereits Klagen gegen den Bau benachbarter Kindergärten Usus sind, da ist doch klar, dass der Deutsche erst Recht im wohlverdienten Urlaub keinen Krach und Ärger mehr haben will. Ohne Kinder ist Entspannung pur auch garantiert. Na ja, es sei denn, man hat sein Zimmer über der Disco, oder nebenan ein frisch verliebtes Paar, oder das nette Rentnerpaar am Nachbartisch hat die Hörgeräte im Zimmer vergessen oder ein paar Freundinnen/Kumpels sind zusammen im Urlaub – noch besser: Kegelklubs – ach nein! Hatte ich vergessen. Die kinderfreien Hotels sind ja eher exklusiv, so Karibik, schönes Ambiente. Also eh zu teuer für Familien und garantiert auch für solche Kegelklubs. Dort hat man dann wohl eher die nervigen Telefonate von wichtigen Geschäftsleuten, die ja sowieso nie richtig Urlaub machen können, weil ohne sie alles zusammenbricht.
Überhaupt ist es auch ganz wichtig, dass man sich seinen Urlaub nicht durch dieses Unterklassenniveau verdirbt. Niemals kann ein Rausch aus Champagner und erlesenem Vino so ordinär sein wie mit Bier und Sangria. Das möchte man dann auch einfach nicht sehen – oder hören. Wenn man dann auf Mauritius am Strand dem Sonnenuntergang entgegen schlendert, dann sind es ja nicht nur Kinder, die einem womöglich einen Ball in diese romantische Stimmung schießen. Kichernde Friseurinnen oder grölende Automechaniker – und das wäre die Potenzierung der Un-Entspanntheit – womöglich noch mit ihren Blagen, nein danke!
Und wenn ich so darüber nachdenke, so ein Rolator kann im Sand auch wirklich üble Knirschgeräusche machen. Und wenn dann so ein altes Mütterchen noch um Hilfe ruft, weil es stecken geblieben ist – das klingt nicht schön. Davon möchte man nicht gestört werden im Urlaub. Wenn die alle ihre Medikamente am Frühstückstisch ausbreiten und sich über Krankheiten unterhalten, das will man nicht. Die sehen dann ja auch wirklich alt aus, kein wirklich schöner Anblick – das erinnert einen dann auch an die eigene Vergänglichkeit – wer soll sich denn da erholen? Also, wenn wir schon dabei sind, dann sollten wir auch rentnerfreie Hotels buchen können.
Und da sind wir dann auch schon, bei der Kernfrage: Herrgott, wie ERHOLT man sich denn eigentlich heutzutage? Wenn man diesem Artikel Glauben schenken darf, dann sehe ich dieses Szenario: es ist ruhig, sozusagen totenstill. Ok, ein paar Vögel dürfen ihr übliches Gezwitscher von sich geben, ein paar Jazzklänge am Klavier beim Diner – sonst höchstens geflüstertes Gemurmel. Sonnenuntergänge, Tische für 2 Personen am Strand gedeckt. Jeder Wunsch wird von einem unsichtbaren Bediensteten sofort erfüllt, kaum, dass man es ausspricht. Romantische Stimmung überall, nur nette, gepflegte Leute um ein herum, von denen man nur etwas sieht, wenn mal das Ego eine Streicheleinheit braucht und man sie als Publikum für die Selbstdarstellung braucht. Beste (deutsche) Speisen und Getränke. Viel Schlaf, Ruhe und Frieden. Oh, ruhiger, paradiesischer Urlaubsort….
Lasst mich überlegen, wo gibt es diesen Ort….Moment – den gibt es gar nicht! Überraschung, das hat nämlich mit der realen Welt nichts zu tun! In der richtigen Welt gibt es Leute, die uns nicht gefallen. Da gibt es auch mal Kinder, Krach, alte Leute, Proleten, ja, sogar Unglück, Armut und Tod. Wer sich nur dann entspannen und erholen kann, wenn er dies alles komplett ausblendet und nicht davon berührt wird, muss echt abgestumpft sein. Ich werde es mein Lebtag nicht verstehen, wie man in dem geschützten Resort an seinem Cocktail schlürfen kann, wenn man auf dem Weg vom Flugplatz durch Blechhütten gefahren ist und alles nach Armut schreit. Wie paradiesisch ist das für diese Leute? Und da hilft mir dieses blöde Argument kein bisschen, dass die armen Menschen NOCH ärmer wären, wenn es dieses Resort nicht gäbe. Denn wenn wir schon von rentnerfreien Hotels sprechen, dann finde ich, könnte man auch die armen Menschen von den Inseln schaffen, das belästigt die total gestressten Urlauber ja auch nur. Und so eine einheimische Kultur ist ja auch manchmal eher störend.
Das ist es also, was wir anscheinend wollen: kinderfrei, rentnerfrei, armenfrei, problemfrei……schmerzfrei!
Selten wird mit so wenigen Worten derart komprimiert der Gesellschaft der Spiegel vorgehalten und deutlich gemacht, warum in den vergangenen Jahrtausenden ganze Kulturen untergehen konnten.
Der Artikel ist so toll, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.
Ok, das Nächstliegendste: Urlaube mit Kinderverboten. Darüber kann ich mich schon gar nicht mehr so aufregen. Von den Straßen verschwindet der Lärm durch Kinder – dem Demographischen Wandel sei Dank –ja schon. Da bereits Klagen gegen den Bau benachbarter Kindergärten Usus sind, da ist doch klar, dass der Deutsche erst Recht im wohlverdienten Urlaub keinen Krach und Ärger mehr haben will. Ohne Kinder ist Entspannung pur auch garantiert. Na ja, es sei denn, man hat sein Zimmer über der Disco, oder nebenan ein frisch verliebtes Paar, oder das nette Rentnerpaar am Nachbartisch hat die Hörgeräte im Zimmer vergessen oder ein paar Freundinnen/Kumpels sind zusammen im Urlaub – noch besser: Kegelklubs – ach nein! Hatte ich vergessen. Die kinderfreien Hotels sind ja eher exklusiv, so Karibik, schönes Ambiente. Also eh zu teuer für Familien und garantiert auch für solche Kegelklubs. Dort hat man dann wohl eher die nervigen Telefonate von wichtigen Geschäftsleuten, die ja sowieso nie richtig Urlaub machen können, weil ohne sie alles zusammenbricht.
Überhaupt ist es auch ganz wichtig, dass man sich seinen Urlaub nicht durch dieses Unterklassenniveau verdirbt. Niemals kann ein Rausch aus Champagner und erlesenem Vino so ordinär sein wie mit Bier und Sangria. Das möchte man dann auch einfach nicht sehen – oder hören. Wenn man dann auf Mauritius am Strand dem Sonnenuntergang entgegen schlendert, dann sind es ja nicht nur Kinder, die einem womöglich einen Ball in diese romantische Stimmung schießen. Kichernde Friseurinnen oder grölende Automechaniker – und das wäre die Potenzierung der Un-Entspanntheit – womöglich noch mit ihren Blagen, nein danke!
Und wenn ich so darüber nachdenke, so ein Rolator kann im Sand auch wirklich üble Knirschgeräusche machen. Und wenn dann so ein altes Mütterchen noch um Hilfe ruft, weil es stecken geblieben ist – das klingt nicht schön. Davon möchte man nicht gestört werden im Urlaub. Wenn die alle ihre Medikamente am Frühstückstisch ausbreiten und sich über Krankheiten unterhalten, das will man nicht. Die sehen dann ja auch wirklich alt aus, kein wirklich schöner Anblick – das erinnert einen dann auch an die eigene Vergänglichkeit – wer soll sich denn da erholen? Also, wenn wir schon dabei sind, dann sollten wir auch rentnerfreie Hotels buchen können.
Und da sind wir dann auch schon, bei der Kernfrage: Herrgott, wie ERHOLT man sich denn eigentlich heutzutage? Wenn man diesem Artikel Glauben schenken darf, dann sehe ich dieses Szenario: es ist ruhig, sozusagen totenstill. Ok, ein paar Vögel dürfen ihr übliches Gezwitscher von sich geben, ein paar Jazzklänge am Klavier beim Diner – sonst höchstens geflüstertes Gemurmel. Sonnenuntergänge, Tische für 2 Personen am Strand gedeckt. Jeder Wunsch wird von einem unsichtbaren Bediensteten sofort erfüllt, kaum, dass man es ausspricht. Romantische Stimmung überall, nur nette, gepflegte Leute um ein herum, von denen man nur etwas sieht, wenn mal das Ego eine Streicheleinheit braucht und man sie als Publikum für die Selbstdarstellung braucht. Beste (deutsche) Speisen und Getränke. Viel Schlaf, Ruhe und Frieden. Oh, ruhiger, paradiesischer Urlaubsort….
Lasst mich überlegen, wo gibt es diesen Ort….Moment – den gibt es gar nicht! Überraschung, das hat nämlich mit der realen Welt nichts zu tun! In der richtigen Welt gibt es Leute, die uns nicht gefallen. Da gibt es auch mal Kinder, Krach, alte Leute, Proleten, ja, sogar Unglück, Armut und Tod. Wer sich nur dann entspannen und erholen kann, wenn er dies alles komplett ausblendet und nicht davon berührt wird, muss echt abgestumpft sein. Ich werde es mein Lebtag nicht verstehen, wie man in dem geschützten Resort an seinem Cocktail schlürfen kann, wenn man auf dem Weg vom Flugplatz durch Blechhütten gefahren ist und alles nach Armut schreit. Wie paradiesisch ist das für diese Leute? Und da hilft mir dieses blöde Argument kein bisschen, dass die armen Menschen NOCH ärmer wären, wenn es dieses Resort nicht gäbe. Denn wenn wir schon von rentnerfreien Hotels sprechen, dann finde ich, könnte man auch die armen Menschen von den Inseln schaffen, das belästigt die total gestressten Urlauber ja auch nur. Und so eine einheimische Kultur ist ja auch manchmal eher störend.
Das ist es also, was wir anscheinend wollen: kinderfrei, rentnerfrei, armenfrei, problemfrei……schmerzfrei!
Sonntag, 13. Februar 2011
Was Frauen wollen....
Heute habe ich zufällig ein Exemplar der "Welt am Sonntag" in der Hand. Das Titelthema: "Wir wollen alles". Es geht um eine Gesprächsrunde mit sechs Frauen, die uns allen erzählen, was Frauen wirklich wollen.
Zunächst überblättere ich den Artikel und schaue mir an, wer die Frauen denn eigentlich sind. Es handelt sich rundweg nur um Akademikerinnen - von einer mit fünf Kindern und nicht in Job bis hin zu den "tollen Karrierefrauen", die Kinder haben und alles super organisiert bekommen bis hin zu den reinen Karrierefrauen. Hmm.... Ich lese lieber erst, bevor ich Einseitigkeit annehme. Aber es wird nicht wirklich besser: Über drei große Seiten hinweg lese ich, wie schwer es Frauen im allgemeinen haben und diese im Besonderen. Entweder weil man Kinder hat und einem - vor allem von Männern - das Leben schwer gemacht wird oder weil man eben keine Kinder hat - daran hat neben den Männern aber auch das System insgesamt Schuld. Irgendwie sind alle Opfer. Der Umstände, der fehlenden Rahmenbedingungen, der Gesellschaft. Aber irgendwie sind sie auch alle unheimlich tough, weil sie es ja geschafft haben.
Und immer wieder geht es um die Frage, ob sie ihre Träume verwirklichen konnten. Die meisten sagen, sie seien zufrieden, man beschwere sich nicht, man habe es nicht anders gewollt. ABER, trotzdem machen Männerklüngel, Männer ohne Verantwortung gegenüber Haushalt und Kindern, nicht vorhandene Männer - und ja, die Gesellschaft es ihnen wieder unsagbar schwer.
Ich habe gerade den Vormittag in einer Sporthalle beim Fußballturnier meines Sohnes verbracht. Rückblickend frage ich mich, ob die Frauen dort eine ähnliche Diskussion führen würden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie das nicht tun würden. Erst einmal finden sich dort kaum Akademikerinnen. Sie machen auch nur ca. 20 % der Gesamtbevölkerung im erwerbsfähigen Alter aus. Dort sind ungelernte bis qualifizierte Personen zu finden. In den Gesprächen , in denen es um die Berufstätigkeit ging, war auch kaum die Frage des "erfüllt seins" und des "Träumelebens" akut. Häufig ging es um die Frage, wie man das Haushaltseinkommen so halten kann, dass der Alltag finanziell bestritten werden kann Auch wird immer mehr Frauen deutlich, dass sie kaum eine Wahl haben: Dass die Rente alles andere als sicher ist, glaubt kaum noch einer. Geändertes Unterhaltsrecht und die Erwartung immer weiter sinkender Renten bringen deutlich existenziellere Themen auf den Tisch: Es geht nicht mehr um Selbstverwirklichung, sondern schlicht um die alltägliche Lebensgrundlage. Kaum höre ich dagegen etwas davon, wie schwer das Leben doch für sie alle ist. Welche Steine man ihnen permanent in den Weg legt.
Ich glaube nicht, dass dieser Artikel das wiedergibt, was Frauen wirklich wollen. Ich glaube, es handelt sich um eine Luxusdiskussion, in der sich unsere geistige Elite ergeht, uns sich auch gern leid tut.
Besonders schön fand ich dann das Ende, in dem es wirklich darum ging ,was diese Frauen wollen. Frau Nr. 1: "Ich mag eben nicht diese weichgespülten Männer, eher die kernigen, bösen, ungezogenen." Frau Nr. 2:"Klar, die einen richtig schön unglücklich machen.".
Ja, was denn nun?
Zunächst überblättere ich den Artikel und schaue mir an, wer die Frauen denn eigentlich sind. Es handelt sich rundweg nur um Akademikerinnen - von einer mit fünf Kindern und nicht in Job bis hin zu den "tollen Karrierefrauen", die Kinder haben und alles super organisiert bekommen bis hin zu den reinen Karrierefrauen. Hmm.... Ich lese lieber erst, bevor ich Einseitigkeit annehme. Aber es wird nicht wirklich besser: Über drei große Seiten hinweg lese ich, wie schwer es Frauen im allgemeinen haben und diese im Besonderen. Entweder weil man Kinder hat und einem - vor allem von Männern - das Leben schwer gemacht wird oder weil man eben keine Kinder hat - daran hat neben den Männern aber auch das System insgesamt Schuld. Irgendwie sind alle Opfer. Der Umstände, der fehlenden Rahmenbedingungen, der Gesellschaft. Aber irgendwie sind sie auch alle unheimlich tough, weil sie es ja geschafft haben.
Und immer wieder geht es um die Frage, ob sie ihre Träume verwirklichen konnten. Die meisten sagen, sie seien zufrieden, man beschwere sich nicht, man habe es nicht anders gewollt. ABER, trotzdem machen Männerklüngel, Männer ohne Verantwortung gegenüber Haushalt und Kindern, nicht vorhandene Männer - und ja, die Gesellschaft es ihnen wieder unsagbar schwer.
Ich habe gerade den Vormittag in einer Sporthalle beim Fußballturnier meines Sohnes verbracht. Rückblickend frage ich mich, ob die Frauen dort eine ähnliche Diskussion führen würden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie das nicht tun würden. Erst einmal finden sich dort kaum Akademikerinnen. Sie machen auch nur ca. 20 % der Gesamtbevölkerung im erwerbsfähigen Alter aus. Dort sind ungelernte bis qualifizierte Personen zu finden. In den Gesprächen , in denen es um die Berufstätigkeit ging, war auch kaum die Frage des "erfüllt seins" und des "Träumelebens" akut. Häufig ging es um die Frage, wie man das Haushaltseinkommen so halten kann, dass der Alltag finanziell bestritten werden kann Auch wird immer mehr Frauen deutlich, dass sie kaum eine Wahl haben: Dass die Rente alles andere als sicher ist, glaubt kaum noch einer. Geändertes Unterhaltsrecht und die Erwartung immer weiter sinkender Renten bringen deutlich existenziellere Themen auf den Tisch: Es geht nicht mehr um Selbstverwirklichung, sondern schlicht um die alltägliche Lebensgrundlage. Kaum höre ich dagegen etwas davon, wie schwer das Leben doch für sie alle ist. Welche Steine man ihnen permanent in den Weg legt.
Ich glaube nicht, dass dieser Artikel das wiedergibt, was Frauen wirklich wollen. Ich glaube, es handelt sich um eine Luxusdiskussion, in der sich unsere geistige Elite ergeht, uns sich auch gern leid tut.
Besonders schön fand ich dann das Ende, in dem es wirklich darum ging ,was diese Frauen wollen. Frau Nr. 1: "Ich mag eben nicht diese weichgespülten Männer, eher die kernigen, bösen, ungezogenen." Frau Nr. 2:"Klar, die einen richtig schön unglücklich machen.".
Ja, was denn nun?
Dienstag, 23. November 2010
Zukunftsorientierte Wirtschaft in Oberfranken
Letzten Donnerstag war ich bei einer Veranstaltung der IHK Bayreuth in Oberfranken eingeladen. Es ging um das Thema "Familienfreundliche Unternehmen", dem sich die IHK zu Gast in der Sparkasse in Kulmbach annehmen möchte.
Auf der Agenda standen nach der Begrüßung die Vorstellung eines Praxisbeispieles und sodann die Vorstellung des Projektes "Familienfreundlichste Wirtschaftsregion", an dem sich Oberfranken inzwischen sehr stark engagiert. Dies durfte ich um einige Gesichtspunkte unserer Arbeit in der Bertelsmann Stiftung erweitern. Zum Abschluss gab es noch eine kleine Diskussionsrunde zum Thema.
Es handelte sich also um eine Veranstaltung, die in dieser Form gern genutzt wird, um zu sensibilisieren und sowohl Politik als auch Unternehmen auf die positiven Effekte und Möglichkeiten einer arbeitnehmerorientierten Personalpoltik hinzuweisen.
Trotzdem hat sich diese Veranstaltung von den üblichen Formaten deutlich abgehoben: Zunächst war es ungewöhnlich, eine relativ hohe Zahl der politischen Entscheidungsträger vor Ort zu haben. Neben Landrat Klaus-Peter Söllner war auch ein Vertreter der Bezirksregierung anwesend. Darüber hinaus fanden sich viele der Stadträte von Kulmbach ein. Im übrigen handelte es sich um interessierte Unternehmen. Dies zeigte ein besonders hohes Interesse vor Ort. Wer sich in der Region umschaut, weiß auch, dass man dort bereits seit einiger Zeit das Thema Familienfreundlichkeit sehr ernst nimmt. Die Einführung des IHK-Vizepräsidenten Michael Möschl, die demographischen Herausforderungen, denen man sich in Oberfranken gegenüber sehe, gepaart mit der wirtschaftlichen Situation mache es notwendig, diese Schritte zu gehen, zeigte den Stellenwert des Themas auf. Lange geht es in Oberfranken nicht mehr um ein "Marketingthema", sondern um wirkliche Lösungen.
Sowohl erfreulich wie aber auch konsequent war vor diesem Hintergrund die Bereitschaft, die Synergien mit dem Pilotprojekt in der Metropolregion Nürnberg zu nutzen. Dr. Harald Bolsinger, der Projektleiter des Modellprojektes in der Metropolregion und strategischer Vordenker erläuterte die Zielsetzung des Projektes. Insbesondere äußerte er den Wunsch, dass sich Oberfranken insgesamt weiter so intensiv in das Projekt einbringt. "Oberfranken offensiv", an diesem Abend von dem Geschäftsführer Dr. Peter Schenk vertreten, setzt beispielsweise derzeit ein Familienportal für Oberfranken um. Dies wird im positiven Sinne Maßstäbe setzen - und bietet die Möglichkeit auch für alle anderen Teilregionen der großen europäischen Metropolregion, davon zu lernen und ggf. daran Anteil zu haben. Denn darum geht es dabei: Flächenwirkung und Nutzung von Synergien, um die Wettbewerbsfähigkeit der Metropolregion insgesamt zu stärken.
Wir freuen uns, dass Oberfranken dabei ist!
Auf der Agenda standen nach der Begrüßung die Vorstellung eines Praxisbeispieles und sodann die Vorstellung des Projektes "Familienfreundlichste Wirtschaftsregion", an dem sich Oberfranken inzwischen sehr stark engagiert. Dies durfte ich um einige Gesichtspunkte unserer Arbeit in der Bertelsmann Stiftung erweitern. Zum Abschluss gab es noch eine kleine Diskussionsrunde zum Thema.
Es handelte sich also um eine Veranstaltung, die in dieser Form gern genutzt wird, um zu sensibilisieren und sowohl Politik als auch Unternehmen auf die positiven Effekte und Möglichkeiten einer arbeitnehmerorientierten Personalpoltik hinzuweisen.
Trotzdem hat sich diese Veranstaltung von den üblichen Formaten deutlich abgehoben: Zunächst war es ungewöhnlich, eine relativ hohe Zahl der politischen Entscheidungsträger vor Ort zu haben. Neben Landrat Klaus-Peter Söllner war auch ein Vertreter der Bezirksregierung anwesend. Darüber hinaus fanden sich viele der Stadträte von Kulmbach ein. Im übrigen handelte es sich um interessierte Unternehmen. Dies zeigte ein besonders hohes Interesse vor Ort. Wer sich in der Region umschaut, weiß auch, dass man dort bereits seit einiger Zeit das Thema Familienfreundlichkeit sehr ernst nimmt. Die Einführung des IHK-Vizepräsidenten Michael Möschl, die demographischen Herausforderungen, denen man sich in Oberfranken gegenüber sehe, gepaart mit der wirtschaftlichen Situation mache es notwendig, diese Schritte zu gehen, zeigte den Stellenwert des Themas auf. Lange geht es in Oberfranken nicht mehr um ein "Marketingthema", sondern um wirkliche Lösungen.
Sowohl erfreulich wie aber auch konsequent war vor diesem Hintergrund die Bereitschaft, die Synergien mit dem Pilotprojekt in der Metropolregion Nürnberg zu nutzen. Dr. Harald Bolsinger, der Projektleiter des Modellprojektes in der Metropolregion und strategischer Vordenker erläuterte die Zielsetzung des Projektes. Insbesondere äußerte er den Wunsch, dass sich Oberfranken insgesamt weiter so intensiv in das Projekt einbringt. "Oberfranken offensiv", an diesem Abend von dem Geschäftsführer Dr. Peter Schenk vertreten, setzt beispielsweise derzeit ein Familienportal für Oberfranken um. Dies wird im positiven Sinne Maßstäbe setzen - und bietet die Möglichkeit auch für alle anderen Teilregionen der großen europäischen Metropolregion, davon zu lernen und ggf. daran Anteil zu haben. Denn darum geht es dabei: Flächenwirkung und Nutzung von Synergien, um die Wettbewerbsfähigkeit der Metropolregion insgesamt zu stärken.
Wir freuen uns, dass Oberfranken dabei ist!
Samstag, 13. November 2010
Urkundenübergabe Beraterqualifizierung - Nur ein feierlicher Akt?
Am 10.11.2010 fand in Berlin die feierliche Überreichung der Urkunden für die work-life-competence- Beraterqualifizierung statt. In einer Kooperation von Bertelsmann Stiftung mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurde nun nach Möglichkeiten gesucht, die Unternehmen bei der Einführung und Umsetzung einer familienfreundlichen Personalpolitik konkret zu unterstützen. Daraus haben sich die work-life-competence-Qualifzierungen entwickelt, die einerseits Unternehmen direkt, aber auch Kammern, Verbände und Kommunen ansprechen sollten.
In einer Pilotqualifizierung hatten vom September 2009 bis Januar 2010 17 Teilnehmer aus 18 Institutionen gemeinsam das Thema "work-life-competence" - oder auch arbeitnehmerorientierte Personalpolitik - erarbeitet. Die Teilnehmer waren Vertreter aus Kammern, Verbänden, Kommunen, Wirtschaftsförderungen, Gewerkschaften und auch Lokalen Bündnissen. Alle haben im Rahmen ihrer Tätigkeiten für ihre Institution das Thema Familienfreundlichkeit auf der Agenda. Ziel der Qualifizierung sollte es sein, eine strategische Herangehensweise zu erarbeiten und natürlich in Folge davon auch umzusetzen.
Die Qualifizierung ist nun bereits seit einigen Monaten abgeschlossen und nun stand - nachdem die Teilnehmer bereits ihre persönlichen Teilnehmerzertifikate erhalten hatten - die feierliche und öffentliche Honorierung der teilnehmenden Institutionen statt. Geladen hatten die Bundesministerin Frau Dr. Schröder sowie Frau Liz Mohn, die wegen dringender anderer Verpflichtungen von Frau Dr. Brigitte Mohn mehr als würdig vertreten wurde.
Ist es das jetzt gewesen? Wieder haben einige Personen gemeinsam zusammen an einem Thema gearbeitet. Es war eine nette Zeit und alle haben ja auch gern betont, wie viel Spaß es gemacht hat und dass man auch etwas mitgenommen hat. Wie immer stellt sich auch hier die Frage, ob dieser Pilot geeignet ist, es in die Nachhaltigkeit zu schaffen.
Ich habe die Veranstaltung in ein einem besonderen Licht erlebt. Normalerweise stellt sich nach einem solchen Abschluss das Gefühl ein, es nun "geschafft" zu haben, ein Abschnitt geht zu Ende. Dieses Mal war es nicht so. Im Gegenteil: Die Stimmung hatte eindeutig etwas von Aufbruch.
Während der Qualifizierung ging es uns darum, den Teilnehmern einerseits unser Know-How zu vermitteln, andererseits sollte dies aber auch eine Art und Weise geschehen, die es möglich macht, auch direkt einen konkreten Nutzen zu ziehen. Es sollten alle in der Lage sein, für ihre Arbeit Hinweise zu bekommen, um die Arbeit am Thema Familienfreundlichkeit so effizient und erfolgreich wie möglich gestalten zu können.
Im Fokus waren daher die Rahmenbedingungen, die jeder einzelne für seine Arbeit hat. Dazu gehört zunächst das Ziel der vertretenen Institution sowie die konkrete Aufgabenstellung, unter der das Thema bearbeitet wird. So zeigte sich schnell, dass im Grunde nach 3 Gruppen unterschieden werden konnte:
- Diejenigen, die ihre Zielgruppe (i.d.R. Unternehmen) auf das Thema aufmerksam machen wollen und die Notwendigkeit der Bearbeitung aufzeigt sowie Hinweise auf Beispiele geben. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Teilnehmer aus großen Organisationen, die viele "Querschnittsaufgaben" zu bewältigen haben, zu der auch die Familienfreundlichkeit gehört. In diesen Fällen fehlen oft zeitliche Ressourcen und die Zielgruppe ist einfach zu groß, um konkreter beraten zu können. Hier ist der Multiplikationseffekt das Entscheidende.
- Die zweite Gruppe ist ebenfalls mit der Sensibilisierung befasst, kann aber Ratsuchenden einen Überblick über die Möglichkeiten geben und auch konkret Projekte anstoßen. Entscheidend ist in dieser Gruppe, dass die Unternehmen bereits in die konkrete Umsetzung begleitet werden können.
- Und diejenigen Teilnehmer, die direkt in die Unternehmen gehen und konkret notwendige Maßnahmen aufgrund einer Analyse identifizieren und bei der Umsetzung unterstützen und begleiten.
Diese Gruppierung ist allgemein zu verstehen. Natürlich gibt es hier Schnittmengen der Tätigkeiten, die je nach vorhandenen zeitlichen und finanziellen Ressourcen ausfallen. Deutlich wurde jedoch, dass nicht die Teilnehmerin der einen Handwerksammer nicht unbedingt den gleichen Ansatz hat wie der Kollege aus der anderen Handwerkskammer. Umso spannender waren die Diskussionen, in denen deutlich wurde, welches Vorgehen am ehesten einen Erfolg verspricht.
Daraus haben sich haben sich dann auch letztendlich sehr interessante Konzepte entwickelt, die mit der Zeit immer weiter ausreifen und inzwischen auch sehr erfreuliche Erfolge bringen.
So war es also nicht nur allein die Freude, "alte Seminarkollegen" zu treffen, sondern es gab einen regen Austausch über die bisher erreichten Aktivitäten.
Nachdem dann auch die Urkunden alle verteilt waren und man gemütlich beim Buffett miteinander anstieß, wurde sofort ein neues Follow-Up vereinbart. Konkret wurde schon Ort und Zeit festgelegt.
Dies zeigt für mich ganz deutlich: Diese Qualifizierung hat nicht nur ihr Ziel erreicht, sondern bietet auch für die Zukunft - und vielleicht auch andere Themen - noch viel Potential.
Dienstag, 5. Oktober 2010
Kurzfilm zum Worklife 2.0 Camp online!
Liebe Leserinnen und Leser,
anbei könnt ihr euch mit einem kurzem Film zum WorkLife 2.0 Camp in Erlangen einen Eindruck zur Veranstaltung verschaffen.
Samstag, 18. September 2010
worklife 2.0 Camp zu Ende!
An diesem Wochenende hat das worklife 2.0 Camp (#wlc20) in Erlangen stattgefunden. Gemeinsam mit der IHK Erlangen habe ich mein erstes BarCamp ausgerichtet. Unterstützt hat uns dabei – als „alter Hase“ – Moritz Avenarius von Making Sense.
Es brauchte nicht viel Mut, sich zu diesem noch relativ neuen Format zu entschließen. Sowohl Renate Doeblin von der IHK Erlangen als auch ich kennen das Problem der herkömmlichen Veranstaltungsformate: Meistens sind es sowohl Referenten wie auch Teilnehmer, die man bereits gut kennt. Austausch findet bei Kaffee und Kuchen nur sehr eingeschränkt statt, neue Impulse sind eher selten. Am schlimmsten: man erreicht kaum seine wirkliche Zielgruppe. Hier schien uns das BarCamp-Format zumindest eine Alternative zu bieten. Also haben wir uns auf den Weg gemacht, unser eigenes Camp „aufzuschlagen“ und planten den „kontrollierten Kontrollverlust“.
Jetzt, auf der Rückfahrt von Erlangen nach Gütersloh, kann ich erleichtert feststellen: Meine Erwartungen sind übertroffen worden. Im Vorfeld habe ich von den Verfechtern des BarCamps – natürlich – nur das Beste gehört: Offene Diskussionen, korrigierende Gruppen, starke inhaltliche Fokussierung, dadurch neue Impulse. Dasselbe habe ich dann auch immer erklärt, wenn ich das Format vorgestellt habe, um Sponsoren einerseits und Teilnehmer andererseits gewinnen zu können. Ich kann aber nicht umhin zuzugeben, dass ich trotzdem für dieses Format geradezu anachronistische Ängste wie “Stimmt die Teilnehmerzahl“ oder „haben wir auch hinreichend kompetente Referenten“ hatte. Diese Fragen haben sich als unwichtig erwiesen . Entscheidend war, dass wir an diesen zwei halben Tagen ganze 18 Sessionangebote hatte, die wir zum Teil sogar kombinieren mussten, um noch alles mitnehmen zu können. Hier kurz meine Erkenntnisse:
1. Die Zusammenstellung der Teilnehmer war heterogener als ich es mir je hätte vorstellen können.
2. Die meisten Teilnehmer waren – wie ich – BarCamp Neulinge. Sie haben sich alles erklären lassen und sich dann gänzlich von dem Konzept mitreißen lassen.
3. Bisher habe ich mich in dem Thema Familienfreundlichkeit immer zu Hause gefühlt und habe sogar gedacht, dass wohl viel Neues nicht zu erwarten sei. Da habe ich mich gründlich geirrt: Ich kann behaupten, aus wirklich jeder Session für m ich neue Aspekte mitgenommen zu haben.
4. Es war erstaunlich, wie Sessiongeber zu Beginn zu einem Thema ihre Meinung vertreten haben, zum Ende aber durchaus andere Argumente dankbar mit aufgenommen haben.
5. Beeindruckend war, wie viele Teilnehmer spontan auch noch Sessions angeboten haben, obwohl sie anfangs sehr zurückhaltend waren. Insgesamt hatte sich am 2. Tag auch alles so weit eingespielt, dass alle sehr entspannt waren und sich offensichtlich miteinander sehr wohl fühlten.
Sehr schön war auch das Abendprogramm. Das Format bietet einem wirklich ausreichend Gelegenheit, sich miteinander auszutauschen. Aber zusätzlich am Abend noch einen privateren Rahmen zu haben, schadet nicht. So hatten wir auch bei der „PPP-Karaoke“ sehr viel Spaß. Erstaunlich, was man da aus Präsentationen herauslesen kann! Allerdings stellte heute noch Renate Doeblin fest, dass sie nie wieder in der Lage sein werde, eine Präsentation unvoreingenommen ansehen zu können….
Ich bin sehr auf die Resonanz im Nachgang gespannt. Jetzt wartet die Auswertung und das Zusammentragen der Sessionergebnisse auf uns!
Am Ende meiner Betrachtung möchte ich die Schlussbemerkung eines Teilnehmers zitieren: „Es wäre doch wunderbar, wenn sich dieses Camp in Erlangen etablieren könnte“, und sage dazu: Jederzeit wieder!
Es brauchte nicht viel Mut, sich zu diesem noch relativ neuen Format zu entschließen. Sowohl Renate Doeblin von der IHK Erlangen als auch ich kennen das Problem der herkömmlichen Veranstaltungsformate: Meistens sind es sowohl Referenten wie auch Teilnehmer, die man bereits gut kennt. Austausch findet bei Kaffee und Kuchen nur sehr eingeschränkt statt, neue Impulse sind eher selten. Am schlimmsten: man erreicht kaum seine wirkliche Zielgruppe. Hier schien uns das BarCamp-Format zumindest eine Alternative zu bieten. Also haben wir uns auf den Weg gemacht, unser eigenes Camp „aufzuschlagen“ und planten den „kontrollierten Kontrollverlust“.
Jetzt, auf der Rückfahrt von Erlangen nach Gütersloh, kann ich erleichtert feststellen: Meine Erwartungen sind übertroffen worden. Im Vorfeld habe ich von den Verfechtern des BarCamps – natürlich – nur das Beste gehört: Offene Diskussionen, korrigierende Gruppen, starke inhaltliche Fokussierung, dadurch neue Impulse. Dasselbe habe ich dann auch immer erklärt, wenn ich das Format vorgestellt habe, um Sponsoren einerseits und Teilnehmer andererseits gewinnen zu können. Ich kann aber nicht umhin zuzugeben, dass ich trotzdem für dieses Format geradezu anachronistische Ängste wie “Stimmt die Teilnehmerzahl“ oder „haben wir auch hinreichend kompetente Referenten“ hatte. Diese Fragen haben sich als unwichtig erwiesen . Entscheidend war, dass wir an diesen zwei halben Tagen ganze 18 Sessionangebote hatte, die wir zum Teil sogar kombinieren mussten, um noch alles mitnehmen zu können. Hier kurz meine Erkenntnisse:
1. Die Zusammenstellung der Teilnehmer war heterogener als ich es mir je hätte vorstellen können.
2. Die meisten Teilnehmer waren – wie ich – BarCamp Neulinge. Sie haben sich alles erklären lassen und sich dann gänzlich von dem Konzept mitreißen lassen.
3. Bisher habe ich mich in dem Thema Familienfreundlichkeit immer zu Hause gefühlt und habe sogar gedacht, dass wohl viel Neues nicht zu erwarten sei. Da habe ich mich gründlich geirrt: Ich kann behaupten, aus wirklich jeder Session für m ich neue Aspekte mitgenommen zu haben.
4. Es war erstaunlich, wie Sessiongeber zu Beginn zu einem Thema ihre Meinung vertreten haben, zum Ende aber durchaus andere Argumente dankbar mit aufgenommen haben.
5. Beeindruckend war, wie viele Teilnehmer spontan auch noch Sessions angeboten haben, obwohl sie anfangs sehr zurückhaltend waren. Insgesamt hatte sich am 2. Tag auch alles so weit eingespielt, dass alle sehr entspannt waren und sich offensichtlich miteinander sehr wohl fühlten.
Sehr schön war auch das Abendprogramm. Das Format bietet einem wirklich ausreichend Gelegenheit, sich miteinander auszutauschen. Aber zusätzlich am Abend noch einen privateren Rahmen zu haben, schadet nicht. So hatten wir auch bei der „PPP-Karaoke“ sehr viel Spaß. Erstaunlich, was man da aus Präsentationen herauslesen kann! Allerdings stellte heute noch Renate Doeblin fest, dass sie nie wieder in der Lage sein werde, eine Präsentation unvoreingenommen ansehen zu können….
Ich bin sehr auf die Resonanz im Nachgang gespannt. Jetzt wartet die Auswertung und das Zusammentragen der Sessionergebnisse auf uns!
Am Ende meiner Betrachtung möchte ich die Schlussbemerkung eines Teilnehmers zitieren: „Es wäre doch wunderbar, wenn sich dieses Camp in Erlangen etablieren könnte“, und sage dazu: Jederzeit wieder!
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